Acrylmischtechnik: Auf Spurensuche mit Sandschütt-Bildern

Von Monika Roser

Sand-Schüttbilder entstehen im Materialmix in mehreren Schüttungen aus Quarzsand, Acrylfarbe, Binder und Wasser. Feine Farblagenschüttungen aus verdünnten Tuschen, Pigmenten und Bitumen erhalten durch die Bearbeitung mit der Wasserspritze sowie durch schräges Anheben der Leinwand ein differenziertes Eigenleben.

So geht es los

Für ein Landschaftsbild wählen wir vor unserem inneren Auge passende Farben beispielsweise für eine Wasser- oder Berglandschaft. Fotos oder Kunstbücher können hierzu eine Inspiration gebe. Traumhaft ist es, wenn – wie in der Villa Palagione bei Volterra – in der freien Natur gearbeitet werden kann und die umliegende Landschaft unmittelbare Inspirationsquelle ist.

Wir legen die Leinwand in guter Qualität – z.B. 80/80 – auf eine große Plastikfolie, am besten im Außenbereich.

Die erste Schüttung wird in einem kleinen Eimer mit grobem Quarzsand, Binder und dunkler Farbe zu einem cremig-flüssigen Brei mit geringem Verlauf gemischt. Diese Schüttung erfasst in etwa das untere Drittel der Leinwand. Durch kräftiges Rütteln in verschiedene Richtungen oder Schlagen von unten gegen den Keilrahmen erhält die Schüttung eine lebhafte Struktur.

Nach der Farbtrocknung erfolgt die nächste Schüttung, dieses Mal mit feinem Quarzsand und verdünnten Acrylfarben. Im nassen Zustand kann jetzt eine kleine Teerschüttung hinzugefügt werden. So entstehen marmorierende Verläufe die ich durch Einspritzung von Spiritus verändern kann.

Weitere stufenförmige Schüttungen mit jeweiliger Trocknung erfolgen in einem spannenden Prozess und umfassen jetzt 2/3 bis 3/4 der Bildfläche. Der Farbverlauf in unserer Landschaft verläuft in Kombination von Auswaschungen durch die Wasserspritze von dunkel nach hell. Zusätzliche Effekte erziele ich durch das Einrieseln von Sand oder Marmormehl mit Hilfe eines feinen Siebes.

Jetzt beginnt die Spurensuche

SpMonika Roser - Toscana Malreiseurensuche bedeutet, genau hinzuschauen und nach spannenden Bildelementen Ausschau zu halten, die noch weiter herausgearbeitet werden wollen. Bildflächen die mir gut gefallen bleiben bestehen, die anderen werden deckend oder lasierend übermalt, damit sich das Wesentliche herauskristallisiert und so ein Bildzentrum entsteht. Dazu ist es vorteilhaft das Bild auf einer Staffelei zu platzieren. Die Spurensuche findet überwiegend im oberen Drittel der Bildfläche statt. Eine fantasievolle malerische Ergänzung vollendet das Bild. So können mit wenigen Pinselstrichen Häuser und Bäume angedeutet werden. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Sofern man noch keine eigene Erfahrung mit der Sandschütt-Technik hat, bleibt diese Beschreibung natürlich ein wenig abstrakt. Am besten lernt man diese Technik in einem Kurs. Dort werden die für den Neuling exotischen Bildzutaten gestellt und das richtige Mischungsverhältnis fachkundig erklärt. Der Rest ist ein angeleitetes Ausprobieren und ein sich Einlassen auf die eigenen Sinne und die eigene Kreativität.

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Dieser Gastbeitrag stammt von Monika Roser. Die freischaffende Künstlerin und VHS-Dozentin lebt und arbeitet in Pfinztal bei Karlsruhe. Sie vermittelt die Sandschütt-Technik u.a. auf ihrer einwöchigen Malreise in die Toskana.

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